Osternach, 28.05.2022 –
Gemeinsames Ansegeln 2022 des YCU und des LYCC

Weder das bekannte Bibel-Zitat (Matthäus 19,30: “So werden die Letzten die Ersten sein und die Ersten die Letzten”) noch die immerwährende Gewissheit “Die Impression gewinnt immer” waren Motto des Ansegelns, mit dem wir wie bewährt gemeinsam mit dem Libera Yachtclub die Saison 2022 eröffneten. Vielmehr standen das persönliche Treffen bekannter und neuer Segelfreunde/-innen und die Freude auf eine schöne neue Segelsaison im Vordergrund. Und um es vorwegzunehmen: die Saison fängt gut an!

Es hatten zwar nur 10 Crews gemeldet, die waren dafür schon früh auf dem Wasser unterwegs, um sich warm zu segeln. Bei 10°C konnte man das wörtlich nehmen. Immerhin wehte ein relativ konstanter Wind aus NNO mit 2 Bft. Das Auf-dem-Wasser-Team (Tilo Klesper und Bernhard Nowosad) war auch sehr klein. Dank Tilos Erfahrung und Bernhards Geschick an der Leine waren alle Bahnmarken und die Start-Boje aber sehr schnell ausgebracht. So konnte Wettfahrtleiter Christoph Hessel pünktlich um 11:00 Uhr das Startsignal geben. Als erstes Schiff ging die Skippi 650 Race von Reinhard Eisheuer (SCBC) über die Startlinie. Die Impression mit dem Team von Uwe Rammelsberger drehte dagegen zu unserer Überraschung erst einmal einen Kringel und startete verspätet.

Beeindruckend war dann die Aufholjagd der Impression. Sie schoss von hinten durch das Feld hindurch und übernahm schon kurz nach der ersten Bahnmarke die Führung. OK, bei 2 Bft. ist sie einfach schneller als die anderen aus der Yardstick-Liste. Bei der zweiten Bahnmarke in der Kailbacher Bucht hatte sie schon einen beachtlichen Vorsprung gegenüber dem Feld herausgesegelt. Während die Impression nun auf dem Weg zur dritten Bahnmarke bei Bernau unterwegs war, begann der Wind zu drehen. Das konnten einige Crews besser als andere nutzen und ihre Position im Feld verbessern. Während des langen Schlags von der Kailbacher Bucht nach Bernau forderten weitere Winddreher die Crews heraus. Spis und Gennacker erwiesen sich als nur die zweitbeste Strategie. Das war am Beispiel der Bavaria 770 zu sehen: Mit der Standard-Genua waren die Albrechts teilweise schneller unterwegs als die Racer. Das reichte am Ende zum 4. Platz nach berechneter Zeit. Erstes Schiff im Ziel war – na Ihr wisst schon…

Über die Strategie einer einzelnen Crew rätseln wir immer noch. Möglicherweise hat sie das Ansegeln mit der Känguru-Regatta verwechselt. Jedenfalls kam sie erst eine Stunde nach dem vorletzten Schiff über die Ziellinie. Wahrscheinlicher ist aber, dass sie eine gute Stunde Wettfahrt für viel zu kurz fürs Ansegeln hielt. Und wenn man eh die höchste Yardstick-Zahl hat, dann kann man sich das auch erlauben. Aber auch für die Spica war nach gut zwei Stunden die Wettfahrt vorbei.

So konnten die auswärtigen Crews in aller Ruhe und Gemütlichkeit ihre Schiffe an ihre Liegeplätze bringen und/oder die Zeit ausgiebig auf dem Wasser genießen.

So wie die Wettfahrt tadellos ausgerichtet wurde, war auch das Land-Team professionell aktiv. Wie gewohnt wurde ein üppiges Salat-Buffet angerichtet, vielen Dank an Ilse Schall und Angelika Greiner an dieser Stelle. Grillmeister Norbert Greiner zauberte leckere Fleischwaren in schneller Folge zum genussvollen Verzehr. Eine besondere Zusatz-Qualifikation als Bierfahrer stellte Martin Schall unter Beweis.

Der abendliche Segler-Hock war wie gewohnt gesprächsreich, anregend, gemütlich, harmonisch, fröhlich, oder einfach ausgedrückt: einfach schön wie in alten Zeiten. Das alles kann man auch in einem einzigen Satz ausdrücken: ein gelungener, schöner Saison-Auftakt. Aber das wäre doch zu kurz und knapp gewesen, oder?

Abschließend ist noch zu berichten, dass an diesem Wochenende auch der Asso 99 Cup des WVF ab der Fraueninsel stattfand. Unsere Nachwuchs-Crew mit Luis Schneider, Leopold Thomas und Leopold Kluth war für den YCU hier dabei.

Tilo Klesper

Fotos: Gaby Siebeking, Tilo Klesper, Conny Stapff

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