
Tilo Klesper berichtet über den Fahrtensegelausflug des YCU 2026
Eigentlich…
Eigentlich sollte man das Wort eigentlich ja nicht verwenden. Und schon gar nicht als Einleitung eines Berichts jedweder Art.
Aber hier passt es einfach, als Beschreibung, als Einleitung und als Stilmittel. Und nicht nur als Segler wissen wir, dass Regeln meistens einen guten Grund haben. Daher ignorieren wir, dass es auch den Begriff „ursprünglich“ gibt.
Nach diesem Vorwort fangen wir noch einmal neu an:
Tilo Klesper berichtet über das Mehrgenerationen-Segelevent des YCU 2026
Eigentlich stand am 25. Juli 2026 der alljährliche Fahrtensegel-Ausflug als offizielles Event im Segelkalender des YCU. Als Ergänzung und Alternative zum Regatta-Engagement segeln hier die Mitglieder mit ihren Dickschiffen zu einem gemeinsamen Treffpunkt, um dort bei einem Landgang oder im Ankerpäckchen gut zu speisen und sich über die jeweiligen Törn-Erlebnisse auszutauschen. Kaffee-Segeln statt Wettfahrt.
In diesem Jahr fiel der Termin zusammen mit der Abschluss-Veranstaltung der OPTI-Gruppe. Was bitteschön liegt da näher, als die beiden Veranstaltungen zusammen zu legen? Also einen gemeinsamen Segelausflug zu machen mit dem Ziel, im Ankerpäckchen zusammen eine gute Zeit zu haben? Ganz in der langjährigen Tradition von Uli Radlinger.
Der schöne Sommertag mit dem üblichen Schwachwind war dafür ideal. Das Ziel war das gemeinsame Ankern im Kailbacher Winkel. Bei einer Windstärke – oder besser Windschwäche – von max. 2 Bft. (und auch das nur im Kanal) konnten die Optis nicht nur sicher mithalten, sondern manchmal sogar schneller segeln als die großen und schweren Schiffe.
Gegen 13:00 Uhr warf Fahrtensegler-Obmann Christoph Hessel den Anker. Nach und nach schlossen sich die anderen Schiffe an und zu einem Ankerpäckchen mit 7 Schiffen zusammen. Gleichzeitig warf auch Jugendwart Christian Fricke den Anker seines Schlauchboots* und versammelte seine sechs Opti-Kids und einen zusätzlichen Jugend-Laser um sich. Nach der Versammlung der Jugendlichen auf dem Schlauchboot gab es die Freigabe zum Besuch der „Großen“. Da gab es kein Halten mehr. Während die „Großen“ noch im See schwammen, enterten die Kids die Schiffe. Ich selber war überrascht, wie höflich um ein „Bitte um Erlaubnis, das Schiff betreten zu dürfen“ gefragt wurde. Chapeau an Christian und sein Team und auch an die Eltern, die bei uns auf den Dickschiffen waren. Es entwickelte sich ein reger Verkehr von kleinen und großen Seglern/-innen über alle Boote hinweg. Keine der sonst üblichen Vorbehalte. Aber das war noch lange nicht alles.
Waren Groß und Klein erst einmal damit beschäftigt, die zahlreichen selbstgebackenen Kuchen der Reihe nach zu probieren, für ausgezeichnet zu befinden und über die Schiffe hinweg auszutauschen, entwickelte sich ein weiterer Plan. Jugendtrainer und Eltern waren sich sofort einig, dass „Eltern im Opti“ jetzt der richtige Programmpunkt sei. Letztlich wurde es ein „Große im Opti“-Highlight. Beim abendlichen Grillen ging sogar das Gerücht herum, dass einige der Väter bei Christian einen Extra-Kurs „Opti-Segeln für Väter“ angefragt haben sollen.
Damit sind wir beim Programm-Punkt „Grillen“. Der Chef selber gab den Grillmeister und so können wir Christoph Hessel nicht nur ein Dankeschön für die liebevolle und perfekte Organisation des Fahrtensegler-Ausflugs aussprechen, sondern auch für den kulinarischen Abschluss. Gleicher Dank gilt Inge und Martin Schall, die wie immer ein großartiges Catering aufgeboten haben. Und ein gleich großes Dankeschön geht an Christian Fricke und das Jugendteam. Strahlende Augen, glückliches Lachen und Freude im großen Team zusammen mit Eltern und anderen Clubmitgliedern auf dem Wasser – dieser großartige Eindruck bei den Kids wird mir unvergessen bleiben. Ich habe in über 25 Jahren im YCU viele schöne Events erlebt, aber dieser gemeinsame Segelausflug war ein absolutes Highlight! Lasst uns diesen Spirit aufnehmen und verinnerlichen, auf dass solche Mehrgenerationen-Events die Welt zumindest am Chiemsee ein bisschen besser machen!
Welshofen, 27.07.2026
Tilo Klesper
* Eventuelle weitere Anekdoten sind sicher im Giftschrank zu verwahren.






